Palmöl steckt sozusagen in fast jeder Wurst

Ehrlich gesagt ist mir Palmöl beziehungsweise Palmfett erst so richtig aufgefallen als ich meine Ernährung auf „kein Schweinefleisch“ umgestellt hatte. In fast jeder Wurst im Supermarkt steckt Palmöl bzw. Palmfett. Erst dachte ich na ja das ist sicher gesund. Warum auch nicht. Kokosöl ist es ja auch. Weit gefehlt. Palmöl gilt als ungesund – bei seiner Verarbeitung wird es in der Regel erhitzt und so können sogar krebserregende Stoffe entstehen und die sind sicher nicht gesund.

Zurück zum Anfang. Palmöl steckt nicht nur in der Wurst. Die Fertigpizza bleibt so wenig verschond wie das viel geliebte Nutella. Palmöl ist so alltäglich wie Plastik. Es begegnet uns im Schokoriegel, Brotaufstrich, Fertiggericht, Müsli, Waschmittel, Shampoo genauso wie in der Tomatensuppe, Kosmetik, Seife … Palmöl steckt heute in jedem zweiten Supermarktprodukt.

Palmöl bringt die Zerstörung der Regenwälder mit sich.


Der Gesundheitsaspekt ist leider noch nicht alles an Kritikpunkten die zu nennen sind. Auch im Hinblick auf ethische und ökologische Gesichtspunkte steht das Öl in der Kritik. Für seinen Anbau werden hauptsächlich in Südostasien Regenwälder gerodet. Wie man sich denken kann mit gravierenden Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt. Eine echte Katastrophe.

Palmöl steckt fast in jeder WurstWas ist eigentlich Palmöl? Palmöl oder Palmfett ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. Das aus den Kernen der Früchte erzeugte Öl wird als Palmkernöl bezeichnet. Die Ernte ist im Gegensatz zur Soja oder Kokospalme sehr ertragreich. Aus diesem Grund würde eine Umschichtung auf die Herstellung von Sojaöl oder Kokosöl nicht den gewünschten Effekt haben. Würden mehr Soja oder mehr Kokospalmen angebaut, würde noch mehr Fläche verbraucht werden als durch die Ölpalm-Plantagen. Eine Alternative für Palmöl in der Produkt könnte Acromedia sein.

Faktencheck – Verwendung von Palmöl und Palmfett

41 Prozent des Palmöls in Deutschland fließen in die Energieerzeugung (Stromerzeugung, Zusatz im „Bio“-Diesel).
40 Prozent werden in Lebensmitteln wie Margarine, Schokolade und Fertiggerichten verwendet.
17 Prozent gehen in die industrielle Verwendung (Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetika, Weiterverarbeitung in Chemie- und Pharma-Industrie).
Quelle: WWF

Alternativen zum Palmöl für Unternehmer?

Hier mal drei Tipps für Unternehmer um palmölfreie Produkte herzustellen:

Erster Tipp: Immer erst Nachdenken vor produziert wird.
Zweiter Tipp: Soja und Kokosöl sind nur bei eingeschränkter Nutzung Alternativen. Auf echte Alternativen wie Acrocomia zurückgreifen.
Dritter Tipp: Wenn schon Palmöl dann zertifiziertes Palmöl in der Herstellung verwenden.

Alternativen zum Palmöl für Verbraucher?

Einfach gesagt heisst das für uns Verbraucher beim Essen immer frisch kochen und Produkte aus der Region verwenden. Leider geht das nicht zwingend mit allen Produkten des täglichen Bedarfs. Hier gleich ein paar Tipps für den Einkauf an nachhaltigen Produkten: Einen echt coolen Überblick über sehr, sehr viel palmölfreie Produkte gibt es bei Umweltblick und auf die Schnelle: Müsli teilweise Palmölfrei von Mymüsli … Magarine von Black Elephant … Pizzen von Schär … Öle, Pasta, Ketchup. Desserts u.vm. bei byodo ..
… und wenn gar nicht anders geht bitte auf zertifiziertes Palmöl zurückgreifen.

Übrigens Sonnentor produziert auch ohne Palmöl. In Episode #5 durfte ich mit Geschäftsführer Johannes Gutmann ein Gespräch führen.